Die Trompete

von Petra Schmidt

Namensherkunft

Der Name entwickelte sich aus dem römischen „trumba“ bzw. dem altfranzösischen „trompe petite“. Schriftlich findet man den  Begriff Drometten (bereits 1470 in einem Dokument in Pirna) oder später Drommete  (von Martin Luther bei seiner Bibelübersetzung zum Prophet Jesaja 18.3) verwendet. Im 4. Buch Mose, 10 lesen wir, das das Blasen mit den Trompeten den Priestern vorbehalten war „ Es sollen aber blasen mit den Trompeten die Söhne Aarons, die Priester, und das soll eine ewige Ordnung sein für euch und eure Nachkommen“.

Geschichte

Schon die Ägypter vor 3500 Jahren spielten trompetenartige Instrumente (scheneb) aus Metall, langgestreckt und ohne Windungen.

Die Trompete diente in der Zeit der Römer als Signalinstrument.

Bereits im 13. Jahrhundert traten Trompter in den höfischen Dienst, hatten Sonderstellung und erhielten  als Vertraute des Feldherrn doppelten Sold.

1528 wurde unter Karl V. im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation die privilegierte Reichszunft  der Pauker und Trompeter gegründet, verbunden mit einem Berufsverbot für Ungelehrte usw.1795 schrieb Johann Ernst Altenburg den „Versuch einer Anleitung zur heroisch – musikalischen Trompeter- und Paukerkunst.

Bauformen

Die Hakenform des römischen Lituus und des keltischen Karnyx entstanden vermutlich durch die Verbindung von einem geraden Rohr mit einem Tierhorn.

Die immer paarweise verwendeten Luren erhielten ihre Form wahrscheinlich durch die Nachahmung von Mammutstoßzähnen.

Vorrangig verwendetes Material für antike Blechblasinstrumente war  Bronze, die im Wachsausschmelzverfahren verwendet wurde.

Als Standardform bildete sich also im ausgehenden Mittelalter die einmal gewundene Langtrompete heraus, die als Barocktrompete bis zum Ende des 18. Jahrhunderts unverändert blieb!

Der Tonumfang dieser Instrumente war auf die Naturtonreihe beschränkt, deren 4. Oktave eine vollständige Skala bereitstellt.

Bis zur Ventiltrompete (ca. 1830) gibt es noch Entwicklungsstufen Stopftrompete, Inventionstrompete, Fanfarantrompete, Zugtrompete.

Nachdem die Trompete durch die Erfindung der Ventile einen vollständig chromatischen Tonumfang erhalten hatte, konnte sie sich ab 1890 als B-Trompete im klassischen Orchester etablieren. Im wesentlichen unterscheidet man nun Naturtrompeten (wie die Barocktrompete), Klappentrompeten und die modernen Ventiltrompeten.  Es gibt sie mit Drehventilen bzw. Zylinderventilen und Pumpventilen bzw. Perinetventilen. Letztere werden im auch als Jazztrompeten bezeichnet, Trompeten mit Drehventilen auch als „deutsche Trompeten“. Die Funktion ist bei beiden gleich. Durch Drücken des Ventils wird ein Ventilbogen hinzu geschaltet, wodurch sich die Rohrlänge bzw. Luftsäule verlängert und ein tieferer Grundton erreicht wird. Die Vertiefung beträgt beim ersten Ventil einen Ganzton, beim zweiten Ventil einen Halbton und beim dritten Ventil eineinhalb Ganztöne. Das Mundstück ist das Verbindungsglied zwischen dem Bläser und dem Instrument. Die Vibration der Lippen versetzt die Luftsäule im Instrument in Schwingung und ein Ton entsteht.

Einsatzmöglichkeiten der Trompete

Klassische Musik:

  • Solokonzerte für Trompete wurden in der späten Barockzeit sehr beliebt, sie sind zumeist in sehr hoher Lage, da nur hier ein chromatische Spiel möglich ist.
  • Vivaldi, Telemann, Scarlatti und Bach (2. Brandenburgisches Konzert) sind hier zu erwähnen. Händel und Bach haben hohe Trompetensoli auch in ihren Oratorien, Messen und Kantaten verwendet.
  • Ein bekanntes frühklassisches Trompetenkonzert ist jenes von Leopold Mozart.
  • Für die 1790 erfundene Klappentrompete schrieben Joseph Haydn und Johann Nepomuk Hummel ihre Konzerte, die bis heute zu den populärsten Werken gehören.
  • Wichtige Konzerte für die Ventiltrompete komponierten Alexander Arutjunjan, Henri Tomasi  oder Andre Jolivet.

Kammermusik:

  • In der klassischen Kammermusik ist die Trompete nicht stark vertreten. 
  • Zum einen, weil sie als eher lautes Instrument dazu tendiert, die anderen Instrumente zu übertönen, zum anderen, weil sie lange auf das begrenzte Repertoire der Naturtöne beschränkt war.
  • Mit Einführung der Ventile entstanden auch neue Werke, etwa für Trompete mit Klavierbegleitung.
  • Um 1950 wurde das Blechbläserquintett populär, für das viele Neukompositionen und Bearbeitungen erschaffen wurden.

Orchester:

  • Im Barockorchester  (vor allem bei Bach) sind, wenn überhaupt , zwei bis vier Trompeten (+Pauken) besetzt, die, oft in höchster Lage, heroische und göttliche Harmonien versinnbildlichen ( z.B. in Bachs Magnificat).
  • Im klassischen und frühromantischen Orchester hatten 2 Trompeter die Aufgabe, hauptsächlich mit den Pauken Grundtöne zu spielen.
  • Mit der Entwicklung der Ventiltrompete sind vor allem die Werke von Richard Wagner, Anton Bruckner, Richard Strauss und Gustav Mahler zu nennen.
  • Im sinfonischen Blasorchester der Gegenwart sind bis zu 4 Trompetenstimmen vorhanden, die von bis zu zehn Trompetern gespielt werden.

Jazz:

  • Im Jazz ist die Trompete neben dem Saxophon mit das wichtigste Blasinstrument .
  • Schon im New- Orleans- Jazz ist sie Melodieinstrument, auch in der Big Band in meist 4-stimmiger Besetzung. Im Jazz wird viel mit Dämpfern  gearbeitet und fast nur auf Trompeten mit Pumpventilen gespielt.

Popmusik:

  • In der Popmusik wird die Trompete oft im Bläsersatz mit Posaune und Saxophon verwendet, vor allem in Soul- und Funkmusik setzen die Trompeten wichtige Akzente.
  • Trompete  -   Krone – Herrschaftssymbol
  • Trompete  -  Priestergewand oder Bibel -  siehe Mose 10 
  • Trompete  -  Uniform/Gewand -  Trompeterzünfte oder Stadtpeiffer